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	<description>Worte, die die Welt nicht braucht</description>
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		<title>Auf der Suche nach dem Löwen</title>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2012 21:15:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Derzeit gibt es in der Neuen Nationalgalerie Berlin eine Ausstellung zu Gerhard Richter, angekündigt als &#8220;unbestritten der bekannteste deutsche Künstler seiner Generation&#8221;. Nach meiner Ansicht (im wörtlichen Sinne) ist dieser Künstler medial völlig überbewertet, wie ich heute bei einem Ausstellungsbesuch feststellte. Nach einer knappen Stunde Ausstellungsbesuchs wusste ich noch immer nicht, wie ich Gerhard Richter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://reticulum-logeum.de/wp-content/uploads/2012/05/IMG_0213-1024x1024.jpg"><img src="http://reticulum-logeum.de/wp-content/uploads/2012/05/IMG_0213_500px.jpg" alt="Auf der Suche nach dem Löwen in der Neuen Nationalgalerie Berlin" title="Auf der Suche nach dem Löwen in der Neuen Nationalgalerie Berlin" width="500" height="500" /></a></p>
<p>Derzeit gibt es in der Neuen Nationalgalerie Berlin eine Ausstellung zu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Richter" title="Gerhard Richter bei Wikipedia" target="_blank" class="external">Gerhard Richter</a>, angekündigt als &#8220;unbestritten der bekannteste deutsche Künstler seiner Generation&#8221;. Nach meiner Ansicht (im wörtlichen Sinne) ist dieser Künstler medial völlig überbewertet, wie ich heute bei einem Ausstellungsbesuch feststellte.</p>
<p>Nach einer knappen Stunde Ausstellungsbesuchs wusste ich noch immer nicht, wie ich Gerhard Richter und seine Kunst einordnen sollte. Ich stand gerade stirnrunzelnd vor einem Bild mit dem Titel <a href="http://www.gerhard-richter.com/art/search/detail.php?5156" title="Tourist (mit 1 Löwen)" target="_blank" class="external">&#8220;Tourist (mit 1 Löwen)&#8221;</a>, als ich plötzlich das Glück hatte, ein Gespräch zwischen einer Besucherin und einem Mitarbeiter des Aufsichtspersonals mitzuhören:<span id="more-316"></span></p>
<blockquote>
<p><strong>&#8220;Wie kann ich Ihnen denn helfen, schöne Frau?&#8221;</strong></p>
<p>&#8220;Ja, ich hätte da mal eine Frage: Können Sie mir sagen, wo ich den Löwen finde?&#8221;</p>
<p>Angestrengt blickt der Sicherheitsmann auf das Bild und sagt: <strong>&#8220;Ehrlich gesagt nein. Aber warum wollen Sie das wissen?&#8221;</strong></p>
<p>&#8220;Na weil da steht: &#8216;Tourist mit Löwe&#8217;.&#8221;</p>
<p><strong>&#8220;Wenn da stehen würde, &#8216;Elefant in rosa Badewanne&#8217;, würden Sie dann die Badewanne sehen wollen?&#8221;</strong></p>
<p>Die schöne Frau etwas verunsichert: &#8220;Ja schon?!&#8221;</p>
<p><strong>&#8220;Sind Sie vorhin an dem Bild vorbeigekommen, wo stand &#8216;Alpen&#8217;?&#8221;</strong></p>
<p>&#8220;Ja, das habe ich schon gesehen.&#8221;</p>
<p><strong>&#8220;Und wenn da gestanden hätte &#8216;Himalaya&#8217;, hätten Sie das auch geglaubt?&#8221;</strong></p>
<p>&#8220;Ja.&#8221;</p>
<p><strong>&#8220;Sehen Sie, dann ist es doch egal, was da drunter steht!&#8221;</strong></p>
</blockquote>
<p>Besser hätte mir wohl niemand Gerhard Richter und seine Kunst erklären können.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Tim Bendzko &#8211; Mehr davon</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Mar 2012 21:40:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu Beginn meines Lehrerdaseins habe ich mich gefragt, was das für ein Gefühl sein mag, wenn man irgendwann einmal in den Medien von einem Schüler hört, den man unterrichtet hat, der Weltmeister oder Olympiasieger geworden ist, der berühmt ist. Dass Letzteres nun mit Tim Bendzko ausgerechnet ein Sänger ist, ist für einen Musiklehrer schon sehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu Beginn meines Lehrerdaseins habe ich mich gefragt, was das für ein Gefühl sein mag, wenn man irgendwann einmal in den Medien von einem Schüler hört, den man unterrichtet hat, der Weltmeister oder Olympiasieger geworden ist, der berühmt ist. Dass Letzteres nun mit Tim Bendzko ausgerechnet ein Sänger ist, ist für einen Musiklehrer schon sehr witzig.<span id="more-308"></span></p>
<p>Wenn ich ehrlich bin, ist mir Tim Bendzko in den beiden Jahren, die ich ihn im Grundkurs Musik hatte, kaum aufgefallen. Er war ein sehr ruhiger Schüler, so als ob schon damals &#8220;Worte nicht seine Sprache&#8221; gewesen wären. Er war ungemein witzig, wirklich lieb (wenn man das bei einem Jungen so sagen darf) und bei den Mädchen aus dem Musik-Kurs sehr beliebt.</p>
<p>Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich sein musikalisches Talent erst kurz vor Schluss geahnt habe. Wir saßen in einer der letzten Musikstunden zusammen am Klavier, die verbliebenen Mädchen standen um uns rum, und Tim fing an zu singen. Und wie er sang! Es klang ziemlich stark nach Xavier Naido (wie heute manchmal auch noch), aber eben stark. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, meinte jemand aus dem Kurs, dass er an die Popakademie wolle und Gesang studieren. Ich hielt das für einen Scherz und er hat ja statt dessen auch evangelische Theologie studiert, aber Pläne, eines Tages groß herauszukommen, hatte er wohl schon damals.</p>
<p>Wenn man irgendwo in Deutschland in einem Baumarkt steht, Gummistiefel anprobiert, weil draußen die Welt untergeht und es aus dem Lautsprecher dudelt &#8220;Nur noch kurz die Welt retten&#8221;, ist das schon ein bisschen verrückt. Ich dachte, verdammt, den kennst du, und dem hast du damals nur neun Punkte mündlich gegeben! Aber offensichtlich ist das „Schall und Rauch“ und hat gar nichts zu sagen:</p>
<p>Gewinner des Bundesvision Song Contest 2011, Bambi 2011, Echo 2012</p>
<p>Ich wünsche ihm mehr davon!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Happy Birthday?</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Dec 2010 09:22:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine profane Familie ist mit Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt. Mein kleiner Sohn ist schon ganz aufgeregt, wuselt durch die Wohnung und singt immer wieder vor sich hin: &#8220;Happy birthday to you, happy birthday to you!&#8221; Komisch, frage ich, wer hat den heute Geburtstag? Darauf meine Frau wie aus der Pistole geschossen: &#8220;Na, Jesus!&#8221;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine profane Familie ist mit Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt. Mein kleiner Sohn ist schon ganz aufgeregt, wuselt durch die Wohnung und singt immer wieder vor sich hin:<br />
<em>&#8220;Happy birthday to you, happy birthday to you!&#8221;</em><br />
Komisch, frage ich, wer hat den heute Geburtstag? Darauf meine Frau wie aus der Pistole geschossen: &#8220;Na, Jesus!&#8221;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Gold im Mund</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Oct 2010 13:40:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Vater und Sohn]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein kleiner Sohn beißt genüsslich in sein Toastbrot, betrachtet es zufrieden von allen Seiten und sagt: &#8220;Papa, weißt du eigentlich, warum ich froh bin, dass ich nicht bei den Urmenschen geboren bin?&#8221; &#8220;Nein, keine Ahnung.&#8221; &#8220;Na weil mein Frühstück nicht weglaufen kann!&#8221;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein kleiner Sohn beißt genüsslich in sein Toastbrot, betrachtet es zufrieden von allen Seiten und sagt:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Papa, weißt du eigentlich, warum ich froh bin, dass ich nicht bei den Urmenschen geboren bin?&#8221;</strong><br />
&#8220;Nein, keine Ahnung.&#8221;<br />
<strong>&#8220;Na weil mein Frühstück nicht weglaufen kann!&#8221;</strong>
</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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		<title>Zwischenstand</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Oct 2010 21:51:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>

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		<description><![CDATA[Zitat des Tages: „Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher.“ (George Orwell, Farm der Tiere) Seit heute bin ich, mit jedem Tag, der noch kommt, länger Bundesbürger als ich DDR-Bürger war. Das ist eigentlich nicht weiter denkwürdig, aber ich bin erschrocken, wie schnell die Zeit vergangen ist. Heute vor zwanzig Jahren habe ich gedacht, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zitat des Tages:</p>
<blockquote><p class="center-text">„Alle Tiere sind gleich,<br />
aber manche sind gleicher.“<br />
(George Orwell, Farm der Tiere)</p>
</blockquote>
<p>Seit heute bin ich, mit jedem Tag, der noch kommt, länger Bundesbürger als ich DDR-Bürger war. Das ist eigentlich nicht weiter denkwürdig, aber ich bin erschrocken, wie schnell die Zeit vergangen ist.</p>
<p>Heute vor zwanzig Jahren habe ich gedacht, wie es wohl sein wird, wenn sich der Tag der Wiedervereinigung zum ersten, fünften oder zehnten Mal jährt. Ich hatte tatsächlich angenommen, dass es spätestens nach zehn Jahren keine Rolle mehr spielt, ob man aus dem Osten oder Westen Deutschlands kommt. Aber offensichtlich ist das Problem auch nach zwanzig Jahren noch nicht gelöst und die so häufig erwähnte „Mauer im Kopf“ immer noch nicht gefallen &#8211; auf beiden Seiten. Dort leben wohl noch immer die „Besser-Wessis“ hier die „Jammer-Ossis“.<span id="more-194"></span></p>
<p><strong>Zwei Drittel der Ostdeutschen fühlen sich als Bürger zweiter Klasse</strong>, wie der Soziologe Raj&nbsp;Kollmorgen in der <a href="http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2010/0930/elite.php5" class="external" target="_blank">Monitor-Sendung</a> vom 30.9.2010 feststellt: „Die Lage der Ostdeutschen ist durchaus vergleichbar mit der von Frauen: Alle Rechte, alle Pflichten, aber längst nicht alle Möglichkeiten.“ Was die Aufstiegschancen anginge, seien die Ostdeutschen „Bürger zweiter Klasse“. 90 Prozent der Spitzenpositionen in ganz Deutschland sind von Westdeutschen besetzt, in den neuen Bundesländern allein betrachtet sind es etwa 70 Prozent! In der oben genannten Sendung werden zahlreiche Beispiele genannt, die das Problem konkretisieren: So wird kein einziges DAX-Unternehmen von einem Ostdeutschen geführt, von 88 Hochschulrektoren in ganz Deutschland sind nur drei aus dem Osten, keine Rundfunkanstalt &#8211; auch nicht in den neuen Bundesländern &#8211; hat einen ostdeutschen Intendanten.</p>
<p>Sind die „Ossis“ zu dumm, um diese Positionen bekleiden zu können, haben sie zu wenig Erfahrung? Auch darauf gibt Kollmorgen Auskunft: Mit dem Zusammenbruch der DDR seien die alten Eliten komplett ausgetauscht und durch Personen aus dem Westen ersetzt worden. Somit konnten die Ostdeutschen keine neuen Netzwerk der Macht generieren und würden auf lange Sicht auch künftig außen vor bleiben, da etablierte Eliten sich meist nur aus sich selbst heraus reproduzieren würden.</p>
<p>In <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%B6tzowviertel" class="external" target="_blank">meinem Stadtbezirk</a>, der nahezu vollständig in „Wessihand“ ist, hing an einem Stromkasten bis vor kurzem ein Plakat von „Ultra-Ossis“ mit dem Slogan <strong>„Wir sind ein Volk! Und Ihr seid ein anderes“</strong>. Als ich den Spruch das erste Mal las, musste ich feixen, beim zweiten Hinsehen entpuppten sich die Worte aber als fast schon rassistisch. Dennoch scheint auch hier ganz offensichtlich ein Körnchen Wahrheit versteckt zu sein, über das man täglich stolpern kann.</p>
<p>Im Zusammenhang mit den zahllosen Dokumentationen und Rückblicken zum Tag der Deutschen Einheit hörte ich die These, dass es noch mindestens zwei Generationen braucht, bis sich „Ossis“ und Wessis“ endgültig aneinander gewöhnt haben. Hoffentlich halte ich bis dahin durch, denn das würde ich gerne noch erleben.</p>
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